So ist er halt

„Der Müller ist gar nicht so, der ist eigentlich ein total Netter!“

behauptete ein Geschäftsführer über seinen Bereichsleiter. Und ergänzte: „Ich weiß auch nicht, warum der manchmal so austickt.“

Finde den Fehler!

Wenn ein Kollege oder eben eine Führungskraft angeblich ganz anders ist, als er sich gerade verhält – dann zeugt das vor allem von einem:

Dem Bemühen, das sozial unerwünschte Verhalten (sein „Austicken“) als gelegentlichen Ausrutscher zu etikettieren, der mit der „eigentlichen“ Person rein gar nichts zu tun habe.

So kann man auch wegsehen. Oder sich die Wahrheit zurechtbiegen.

Denn beobachtbar ist eindeutig beides wahr. Herr Müller ist meist ein ruhiger Zeitgenosse der gut mit seinen Mitarbeitern umgehen kann. Und manchmal ist er ein Choleriker, der herumbrüllt, Türen knallt und alle im Team vergrätzt.

Nicht entweder oder also, sondern: Sowohl als auch.

An diesem Beispiel wird deutlich: Müller ist erst an zweiter Stelle das Problem. An erster Stelle steht der Blick des Geschäftsführers auf seinen Bereichsleiter.

Ich glaube, er ahnt das selbst schon.

Denn ein ganzheitlicher Blick auf die Führungskraft hieße, dass er sich Gedanken machen müsste, ob er das Verhalten tolerieren will oder nicht. Und wenn nicht, müsste er ein Gespräch führen, das ungemütlich werden und mit knallenden Türen enden kann. Wer will das schon?

Wo beobachtest du in deinem Führungsteam die Tendenz wegsehen und schönreden zu wollen? Schreibt mir gerne hier

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